Gemälde in Bild und Wort

Kohl

(Text Tagesspiegel) Gruselkabinett, quietschbunt (1986)Politpop nach US-Verschnitt: Claus Hebell in der Galerie Dimension

Wer bisher annahm, nur mit Pfadfindertalenten oder Telefonnotgroschen zu ortende Off-Galerien seien ausschließlich allein in Bezirken wie Kreuzberg oder Prenzlauer Berg beheimatet, irrt. Eine solche Adresse findet sich neuerdings auch in der Wilmersdorfer Shoppingmeile. Trotz anspruchsvoller Kunstlage lässt sich dort eine Galerie betreiben. Ein unerschrockenes Gemüt und ein weitläufiger Trockenboden reichen dazu aus. In einem solchen Hinterhofversteck bietet die Galerie „Dimension“ Politpop in Öl und Spray. Superironisch, aufgehübscht international und vor allem bunt präsentiert sich dort ein Kreis namhafter Politikerköpfe. Der Maler Claus Hebell versammelt auf seinen Leinwänden von Bush bis Weizsäcker, Genscher, Noriega oder Teng alles an Tagesschauprominenz, was im Stil konzentrierten Pop-Verschnitts Wiedererkennungswert verspricht.… Weiterlesen

Der Maler Claus Hebell verfügt über ein stilistisches und motivisches Repertoire, das sich teils am anything goes der Ex-post-Moderne orientiert, teils an der Unverbildbarkeit und Unverwüstlichkeit der eigenen Wegmarken. Die stilistischen Ansätze des Malers reichen von der politischen Archäologie des Cool Krieges mit Porträts historisch gewachsener Politiker über die Kritik am goldenen Zeitalter möglichen Overkills (Bikini), der Gespenstersonate bis hin zur Vergänglichkeit von und Eros und Desire in der Repräsentation solcher Etablissements wie der längst verblichenen Peepshow, dem Lauern bewaffneter Hitmen und Anflügen des Pop mit der unvergleichlichen Obesity sowie der Abstraktion auf großen krummen Wogen. Weiterlesen

Titel: Kohl Maße: 99 cm x 130 cm Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 1999 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

Unser aller großer Mann sieht auf diesem Portrait ein bisschen irritiert drein. Das tut aber der Großheit des Vereinigungskanzlers höchstwahrscheinlich keinen Abbruch.

Ohne ihn gäbe es vielleicht das wiedervereinigte Wunderdeutschland gar nicht. Für diese These erwartet der Schreiber einigen Widerspruch.

Man muss sich aber nur vorstellen, was aus Europa geworden wäre, gäbe es diesen erwachsenenen und nun schon übererwachsenen Enkel des ersten Kanzlers der Bundesrepublik nicht. Könnte auch diese These heftigen Widerspruch hervorrufen?

Mit Schiller könnten man meinen: Im Widerstreit der Parteien schwankt sein Bild durch die Geschichte!

Graben wir im Gedächtnis… Weiterlesen

Text plus Circumstance

Text plus Circumstance

Texte: © Claus Hebell

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