Gemälde in Bild und Wort

Hebell-Klein-04Titel:
Philosoph in Meditation
Maße:
45 cm x 63  cm
Ort / Datum :
Berlin 2011

Material Bild / Rahmen:

Öl,  Kreide ,auf Fotokarton -auf Holzrahmen mit Leinwand gezogen

Beschreibung:

Als der Philosoph das große Werk vollendet hatte, legte er sich in seinen Faltstuhl nieder, um zu meditieren. Unverwandt sah er zum Himmel auf, als erwarte er von dort noch eine Offenbarung.

Der Maler hat möglicherweise versucht, den Augenblick festzuhalten, als es dem Philosophen gedanklich darum ging, die von ihm selbst als unüberwindlich sanktionierte Schranke zwischen Offenbarung und Philosophie zu durchstoßen.

Das große, wunderbare Bild des Raffael von der Schule von Athen kannte er selbstverständlich in allen Details. Dort ging es aber nicht darum, die Grenzen der Philosophie darzustellen, sondern um die Porträtierung ihrer einzelnen Schulen.

Im Mittelpunkt seines eigenen Denkens stand etwas Anderes:  Gab es die Welt oder gab es sie nicht? Dies führte sogleich zu der Frage: Lag er nun hier in seinem Faltstuhl vor dem Haus oder lag er hier nicht? Er blickte auf das Haus, vor dem er lag und dann wieder zum Äther. Gab es das Haus oder gab es es nicht? Er hob seine Hand. Gab es die Hand oder gab es sie nicht?

Eine unüberwindliche Sehnsucht trieb ihn in den Garten. Er stand auf und ging hinaus. Im Widerschein einer Taxushecke erblickte er auf  einmal eine nackte weibliche Gestalt aus Marmor, die er dort vorher noch nie gesehen hatte. Der Philosoph erstarrte.

Gab es dieses Marmorbild dort drüben oder gab es es  nicht? Und wer hatte es dort hingestellt? Gab es denjenigen, der es dort hingestellt hatte oder gab es ihn nicht? Seltsame Erscheinung…

 

 

 

 

 

Text plus Circumstance

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Texte: © Claus Hebell

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