Gemälde in Bild und Wort

Second Coming (Phase II)

Titel:

Mauerserie Bild Nummer 4: „Versammlung englischer Rechtsgelehrter an der Mauer“ (Westansicht) Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 1986 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

In unregelmäßigen Abständen versammelten sich auch englische Rechtsgelehrte neben den Touristen an der Mauer, um unter ihren charakteristischen Perücken zu diskutieren, in welcher Form möglicherweise das Völkerrecht Behandlungsgrundsätze für das Objekt beziehungsweise seine Abschaffung bereitstellen könnte. Der Begriff „antifaschistischer Schutzwall“ , mit dem das offizielle DDR- Idiom das Bauwerk betitelte, erschien ihnen in guter britischer Experimenttaltradition eine umfassende Beobachtung wert, ob nicht doch irgendwann eine der Touristenhorden plötzlich versuchen würde, in aggressivem Ansturm vom Westen her die Mauer zu überklettern, durch den Todesstreifen zu… Weiterlesen

Titel: Fat Man Walking Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 2009 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

„Das bist du und deine Zukunft“, sagte die kleine Muse, als sie das Bild noch sah. „Eines Tages wirst du dich so vollfressen, dass meine Hand dich nicht mehr halten kann“. Der Maler protestierte entschieden gegen diese Interpretation. Nun aber ist es doch so gekommen. Der Maler leidet nun an einer tödlichen Verfettung und die Muse hat sich ins Nirwana verabschiedet (Bild verschollen).

 

Melinuse

Bevor alles in tieferem Schweigen versinkt, möchte doch an die verschwundene Muse noch einmal erinnert werden. War sie eine Muse? Gibt es Musen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.… Weiterlesen

Titel: All  the Wall – Mauerbilder: „Die langen Hälse“ (Nr.2)

Maße: 200 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 1987 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Pappmache

Beschreibung:

Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor zu erkennen, als es noch von einer Mauer umschlossen war.  Die gestreckten Hälse möchten wohl so schnell wie möglich durch das Tor hindurch, was alle immer wollten (Ausstellungsmaterial). Sie strecken sich so sehr, dass man Angst haben kann, dass sie von an einem bestimmten Zeitpunkt an zerreißen und die Köpfe die Reise allein antreten.

Je höher die Mauer, desto länger die Hälse. Das war die politische Zwangsläufigkeit  der Situation. Wer in der Friedrichstraße ausstieg, fand rechts außen… Weiterlesen

Titel: Eduard Schewardnadse Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 2009 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

Politische Archäologie

Sowjetischer Außenminister unter Gorbatschow. Für die archäologische Galerie insofern wichtig, als er sekundenlang als Assistent einer heute unglaublich fern erscheinenden Freiheitsdimension in Erscheinung trat und das Aussehen der Eliten aus dem Fratzenhaften korrigierte. (Bild beim Teufel)

Titel: Roter Schlaf Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 2009 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

Wird vorbereitet

 

Preis auf Anfrage: Tel. 030-3233426 (Berlin) E-Mail: claus.hebell@gmx.de

 

 

Verkauft

Titel: Zünglein Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 2009 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

Zünglein war ein bekannter Logiker, der bis in die 90er Jahre das Schicksal der Bundesrepublik mitbestimmte, weil er nichts Wesentliches zu sagen hatte, jedoch die unvergleichliche Fähigkeit besaß, dies in endlosen Tiraden zu verstecken. Seine Partei, die sich einem verbohrten Neoliberalismus verschrieben hatte, koalierte, da sie nicht den Funken eines glaubwürdigen Programms besaß, je nach Wahlausgang mit Lagern, die einander vollkommen unversöhnlich gegenüberstanden. Diese Ironie der Verhältnisse kümmerte Zünglein nicht. Im Gegenteil: er schien sich diebisch über die Dummheit der Wähler zu freuen, die seiner winzigen Partei eine Macht bescherten, von der große Volksparteien… Weiterlesen

So hätte sich der Maler um große Teile seiner Existenz betrogen fühlen können. Allerdings gingen ihm die Verluste doch nicht so nahe, wie er befürchtet hatte. Die große Übelkeit blieb aus.  Er hatte sich in seiner früheren Existenz wohl immer schon genug erbrochen. Vielleicht war einfach nichts mehr übrig, was ihn jetzt noch zum Kotzen hätte reizen mögen. Andererseits hatte er sich immer so viel Mühe mit der Malerei gegeben. Sie war ein Inhalt gewesen. Von früh an war er nach Italien gezogen-reichlich konventionell- und hatte sich dort alles angeschaut, was es auf Bildern zu sehen gab. Vom Turm von San Giorgio Maggiore in Venedig hatte er südwärts geschaut, gewissermaßen in Erwartung großer Dinge. Dort hinten verlor sich alles im Nebel. Immer wieder hatte er all die Sachen betrachtet und auch  davor  meditiert: das letzte Abendmahl von Tintoretto, Giorgione und das Unwetter in der Akademie, die Fresken Pieros in Arezzo, Signorelli im Dom von Orvieto, da Vinci in Mailand,  den Camposanto in Pisa. Und seinen Burkhard hatte er gelesen, obgleich er ihn wenig instruktiv fand und etwas gestelzt.  Nachdem die Renaissance vergangen war, hatten sich die menschlichen Proportionen auf vertrackte Weise zurück entwickelt, so schien es ihm. Unmaßgeblicher Weise natürlich. Besonders der physiognomische Aspekt war zu einem unappetitlichen Gebilde geworden. So viele Gesichter in den Touristenmassen der Lagune: lauter leere Erwartung zwischen zwei Strichen: Nase und Mund.

Da fragte sich der Maler, wo nun seine Biografie war. Er konnte jetzt an den Anfang und das Ende nicht  mehr richtig sehen, sofern er überhaupt etwas gesehen hatte. Seine Muse von damals…. Keine richtige Muse. Vielleicht war sie bloß eine nette Bekannte. Aber sie verstand sich auf Kunst, und zwar oft besser als er. Sie hatte eine untrügliche Intuition und sah in manche Bilder hinein, was er nicht für möglich gehalten hatte. Manchmal träumte er nachts von ihren Überbildern. Wo war sie nun, die junge Studentin der Kunstgeschichte? Vielleicht irgendwo in den Wolken? Nein. Sie saß seit geraumer Zeit in einer psychiatrischen Klinik in der Nähe von München ein. Irgendwann war ein Mac aufgetaucht, hatte ihr ein Kind gemacht und sie dann sitzen lassen. Scheint ein gründlicher Mac gewesen zu sein, wie es manche Macs so an sich haben. Was mit dem Kind passiert war, wollte sie nicht sagen. Sie bekam Schwierigkeiten mit ihrer Familie. Nach dem Desaster, wie sie es nannte, hatte sie mit  Hasch angefangen und war, wie es bei sensibleren Gemütern zu gehen scheint, bald  in der Drogenpsychose angekommen. Das alles war nun schon ziemlich lange her. Der Maler besuchte sie oft, aber sie verwechselte die meisten Zusammenhänge und konnte sich an die Bilder nicht mehr erinnern. Wenn er aus der Klinik herauskam, schien es ihm oft, als marschiere er in ein schwarzes Loch. Sein rechter Fuß fühlte sich taub an und wenn er mit Spray arbeiten wollte, hielt er plötzlich inne, denn der Nebel des Materials war wie ein Schleier, durch den er auf einmal die Weite wiedersah, in die er von San Giorgio aus in jener Zeit so voller Erwartung geblickt hatte.

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Titel: All  the Wall – Mauerbilder: „Die langen Hälse“ (Nr.2) Maße: 200 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 1986 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Pappmache

Beschreibung:

Im Hintergrund ist das Brandenburger Tor zu erkennen, als es noch von einer Mauer umschlossen war.  Die gestreckten Hälse möchten wohl so schnell wie möglich durch das Tor hindurch, was alle immer wollten (Ausstellungsmaterial). Sie strecken sich so sehr, dass man Angst haben kann, dass sie von an einem bestimmten Zeitpunkt an zerreißen und die Köpfe die Reise allein antreten.

Je höher die Mauer, desto länger die Hälse. Das war die politische Zwangsläufigkeit  der Situation. Wer in der Friedrichstraße ausstieg, fand rechts außen… Weiterlesen

Titel: Paint the Wall: Nr. 3  – Duell an der Mauer Maße: 200 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 1986 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Pappmache

Beschreibung:

Vor der Mauer fanden auch viele schöne Duelle statt, wie dies Gemälde (2 Meter x 1,50 Meter) demonstriert, das ebenfalls verschollen ist. Die Leute malten sich Gesichter und streiften mit gezückten Spraydosen in der Stadt herum. Diesseits der Mauer war sowas möglich, jenseits der Mauer natürlich nicht. Es ist unbekannt, ob einer dieser Duellanten jemals versucht hat, den Schießbefehl für ein Duell zu nutzen. Die Schlangen wären ohnehin zu lang gewesen. Im Vergleich zum Wettkampf der Systeme liefen solche Duelle harmlos ab. Unterhalb des… Weiterlesen

Titel: Ganymed spendet den Wirsing Maße: 99 x 130 Künstler / Ort / Datum : C. Hebell, Berlin 2011 Material Bild / Rahmen: Spray, Öl auf Leinwand

Beschreibung:

Aus der abstrakten Konstellation sollte sich die Auffahrt Ganymeds an die Tafel der Götter entwickeln. Es handelte sich allerdings um einen Paternoster. Der Maler hat  nie die Zeit, gefunden, das Bild zu Ende zu malen. Außerdem ist es verschollen.

 

Text plus Circumstance

Text plus Circumstance

Texte: © Claus Hebell

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